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Reiseversicherung

Unter Reiseversicherung wird im Allgemeinen eine Reiserücktritts(kosten)versicherung oder Reisekostenkrankenversicherung verstanden. Es verbirgt sich jedoch viel mehr dahinter. Im genauen Wortlaut werden damit Versicherungsverträge gemeint, die unterschiedliche Risiken versichern sollen, die im Zusammenhang mit einer Reise auftreten können. Dabei kann der gewünschte Versicherungsschutz für eine bestimmte Reise oder als Jahresschutz für alle Reisen gewählt werden. Ebenso kann ein Versicherungsschutz für eine Einzelperson, für Familien oder Gruppen abgeschlossen werden. Ein Vergleich lohnt sich allemal, da viele Versicherer eine Unmenge an Tarifen mit unterschiedlichen Selbstbehaltstaffeln anbieten. Reisedauer und Reisepreis spielen bei der Kalkulation bei vielen Versicherern eine entscheidende Rolle und bestimmen so den Beitrag.

Die wichtigsten Arten der Reiseversicherung sind
– die Reiserücktrittskostenversicherung
– die Reisekrankenversicherung
– die Reisegepäckversicherung
– die Reiseunfallversicherung
– die Reiseabbruchversicherung und
– die Reiseumbuchungsversicherung.
Als Ergänzungen können abgeschlossen werden:
– die Reiserechtschutzversicherung
– die Reiseprivathaftpflichtversicherung und
– die Reiseassistenzversicherung

Welcher Versicherungsschutz notwendig und welcher Versicherungsschutz mit bereits bestehenden Tarifen abgedeckt ist, kann in der Regel ein gut ausgebildeter Versicherungsberater erklären, der auch einen Überblick über die aktiven Versicherungsverträge hat. Oft ist es völlig unsinnig, bei einem Reiseveranstalter Komplettpakete für eine bevorstehende Reise abzuschließen, weil bereits bestehende Verträge die Risiken bereits erfassen. Auch Kreditkarten beinhalten oft bereits viele Reiseleistungen, und auch die Mitgliedschaften bei Verkehrsklubs sichern einiges ab.

Die Reiserücktrittskostenversicherung bietet Versicherungsschutz für die Kosten eines Rücktritts von der geplanten Reise oder eines Abbruchs der Reise aus wichtigem Grund. Ein solcher wichtiger Grund kann Krankheit oder Unfall des Versicherten selbst oder seiner nahen Angehörigen sein. Auch der kurzfristige Ausfall einer Pflegeperson für einen pflegebedürftigen Angehörigen fällt unter diese Gründe. Je nach Versicherer und Leistungsumfang gehören auch ein Feuer oder schwere Elementarschäden des Eigenheims zu den Gründen. Weitere Gründe können der unerwartete Verlust des Arbeitsplatzes durch eine betriebsbedingte Kündigung sowie ein Arbeitsplatzwechsel und eine damit verbundene Urlaubssperre sein. Es werden dann durch den Versicherer entsprechend der versicherten Tarife die Stornokosten sowie die eventuellen Mehrkosten bei verspätetem Reiseantritt und verspäteter Rückreise oder die zusätzlichen Reisekosten bei Reiseabbruch übernommen.

Selbst in Ländern mit einem Sozialversicherungsabkommen wird eine medizinische Versorgung bei Krankheit oder Unfall nur gegen Bargeld vorgenommen. Deshalb ist es bei jedem Auslandsaufenthalt ratsam, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen, selbst wenn „nur mal eben“ die Landesgrenze zum Nachbarn überquert wird. In Ländern ohne Sozialversicherungsabkommen ist ohnehin eine entsprechende Versicherung dringend zu empfehlen. Im Leistungsfall werden die medizinisch notwendigen Kosten einer plötzlich auftretenden Erkrankung oder eines Unfalls übernommen, außerdem die Kosten für eine schmerzstillende Zahnbehandlung. Auch ein medizinisch notwendiger Rücktransport in das Heimatland gehört zu den Leistungen. Eine medizinische Notwendigkeit liegt dann vor, wenn eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes wegen einer schlechten medizinischen Versorgung zu erwarten ist oder die Heilungschancen im Heimatland besser sind.

Es ist sehr ärgerlich, den geplanten Urlaub anzutreten und am Zielflughafen festzustellen, dass das Gepäck nicht auf den Gepäckbändern zu finden ist. Es kostet von den geplanten erholsamen Wochen oft mehrere Tage für die Beschaffung von Ersatzkleidung, Toilettenartikeln und sonstigen Utensilien, die eigentlich für die Reise in den Koffer gepackt wurden. Die Reisegepäckversicherung hilft zwar nicht unbedingt vor Ort, sorgt aber nach dem Urlaub für einen finanziellen Ausgleich. Auch bei Beschädigung oder Zerstörung tritt der Versicherungsschutz ein. Deshalb ist es empfehlenswert, den Inhalt der Koffer und die verschlossenen Koffer mit Fotos festzuhalten, um im Schadensfall genau beschreiben zu können, was sich darin befand.

Es gibt spezielle Tarife für eine Reiseunfallversicherung. Dieser Versicherungsschutz tritt ein bei einer andauernden Invalidität aufgrund eines Unfalls. Ein Unfall liegt vor, wenn ein „plötzliches und unerwartetes, unfreiwilliges und von außen einwirkendes Ereignis“ auf den Körper zu einem Personenschaden führt. Je nach Grad des Schadens wird entweder eine feste vereinbarte Summe oder eine monatliche fortlaufende Leistung an den Geschädigten gezahlt. Sollten die durch den Unfall erlittenen Schäden den Tod zur Folge haben, wird auch hier, sofern vereinbart, eine Summe ausgezahlt. Wer bereits eine private Unfallversicherung abgeschlossen hat, benötigt keine zusätzliche Reiseunfallversicherung, da die bestehenden Policen meistens Weltgeltung haben. Es empfiehlt sich, dies vor dem urlaubsantritt durch den Versicherer prüfen und schriftlich bestätigen zu lassen.
Ähnlich verhält es sich mit einer Reiseprivathaftpflichtversicherung. Auch hier haben die meisten privaten Haftpflichtversicherungsverträge Weltgeltung. Somit sind Schäden, die gegenüber Dritten verursacht werden, bereits abgedeckt. Bei längeren Auslandsaufenthalten kann eine solche Reiseversicherung dennoch sinnvoll sein.

Wer sich auf den Urlaub freut und ihn gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden plant, ist auch gerne mal bereit, etwas mehr auszugeben. Versicherer gestalten daher in diesem Segment ihre Tarife besonders attraktiv. Viele Leistungen rund um Reiseversicherungen sind jedoch völlig überflüssig und gehen am Ziel vorbei. Selten machen Versicherer sich die Mühe, auf eventuelle Doppelversicherungen hinzuweisen. Doch auch bei Reiseversicherungen ist eine qualifizierte Beratung unbedingt notwendig. Denn erst im Schadensfall wird plötzlich klar, welche Leistungen versichert sind und welche Ausschlüsse bestehen, die dann doch zu einer Leistungspflicht des Versicherten führen. Hinzu kommen dann die Selbstbehalte, welche die Entschädigungen oft derart schmälern, dass kaum noch etwas übrig bleibt.

Eine weitere Falle sind mögliche Ausschlusskriterien für den Abschluss von Versicherungen. Natürlich möchte jede Gesellschaft Geld verdienen, und das geht nun mal nicht, wenn mehr Leistungen an die Versicherten ausgezahlt werden müssen, als das Prämienaufkommen hergibt. Deshalb werden im Vorfeld Risikogruppen ausgeschlossen oder eingeschränkt. Und da bei älteren Menschen das Risiko einer Stornierung wegen Krankheit wesentlich höher ist als bei jüngeren Menschen, wird Senioren oft der Versicherungsschutz für Reisen verwehrt.

Für den Bereich Reiseversicherungen ist für jeden Urlauber also eine umfangreiche Aufklärung unbedingt zu empfehlen, um sich genaue Informationen zu beschaffen. Dies sollte allerdings nicht unmittelbar vor der Reise passieren, sondern zeitnah mit der Buchung, wenn es sich nicht gerade um ein Last-Minute-Angebot handelt. Wer sich ohnehin regelmäßig im Ausland aufhält, sollte sich eine Jahrespolice mit dem Einschluss der notwendigen Risiken besorgen. Dazu gehören unbedingt die Reiserücktrittskostenversicherung sowie die Auslandsreisekrankenversicherung. Diese Versicherungen decken die größten finanziellen Risiken ab. Hierfür gibt es günstige Angebote auch ohne Selbstbehalt. Viele Versicherer bieten Notrufnummern an, damit sie für den Kunden im Ausland erreichbar sind und eine schnelle Schadensregulierung erfolgen kann. Für alle Versicherungen aber gilt: Die beste Versicherung ist immer noch die, die nicht gebraucht wird.