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Impfungen

Die Gesundheit hat Vorrang: Welche Impfungen im Ausland schützen

Fernreisen in exotische Länder reizen viele Urlauber jedes Jahr aufs Neue. Doch die Vorfreude auf fremde Kulturen, spannende Abenteuer oder Entspannung am herrlichen Sandstrand lässt viele Reisende einige wichtige Aspekte vergessen. Dazu gehört das Thema Impfungen. Vielerorts genügen die üblichen Impfungen, wie die Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, nämlich nicht aus. In anderen Ländern gibt es nicht selten Viren und Keime, die für unsere Breitengrade unübliche Krankheiten verursachen. Deshalb sollen an dieser Stelle einige Krankheiten vorgestellt werden, gegen die der Körper auf Reisen außerhalb Europas durch Impfungen geschützt werden kann.

Vorbereitung ist alles: Doch wo soll man anfangen?

Impfungen gehören zu den Reisevorbereitungen wie das Kofferpacken. Deshalb sollte man sich bereits Monate vor Reisebeginn darüber informieren, welche Impfungen für das Urlaubsziel benötigt werden. Diese lange Vorlaufzeit ist notwendig, weil einige Immunisierungen mehrere Wochen brauchen, um vollständig aktiv zu sein. Viele Impfungen erfolgen zudem in mehreren Schritten, die über mehrere Wochen verteilt sind.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen obligatorischen und freiwilligen Impfungen, die bei jedem Zielland unterschiedlich sein können. Informationen dazu, welche Impfungen bei der entsprechenden Destination vonnöten sind, geben entweder die Krankenkassen oder spezielle Länder-Homepages im Internet. Ebenfalls hilfreich können Medizinwebseiten sein, wobei man sich am besten an offizielle Institutionen und Einrichtungen hält. Die Informationen auf privaten Websites weichen oft voneinander ab. Unsicherheiten dürfen bei diesem Thema allerdings nicht aufkommen, schließlich geht es um die Gesundheit! Deshalb lieber gleich Experten fragen und „Laienmeinungen“ nur sekundär behandeln.

Tollwut, Hepatitis & Co: Die Geografie der Krankheiten

Vor allem bei Fernreisen ist das Thema Impfungen sehr wichtig. Je weiter sich Reisende von ihrem Heimatland entfernen, umso deutlicher unterscheiden sich die Kulturen und die Umwelt. Viele Erkrankungen, die in Mitteleuropa keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen, können anderswo zur echten Bedrohung werden. So wie die Tollwut, die Gelbsucht, Meningitis (auch unter dem Namen Hirnhautentzündung bekannt) oder Hepatitis A, B und C. Doch wo treten die Krankheiten auf? Hier eine grobe Übersicht über die globale Verteilung:

Europa

In Europa gelten für EU-Länder einheitliche Bestimmungen für die obligatorischen Impfungen. Doch auch weiterführende Immunisierungen sollten bei einer Europa-Reise bedacht werden. So sind in weiten Teilen des EU-Raumes Zecken zu finden, die für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose verantwortlich sind. Gegen Borreliose gibt es keine Schutzimpfung, wohl aber gegen FSME. Zudem empfehlen Experten für Reisen in den Mittelmeerraum eine Impfung gegen Hepatitis A. Überträger sind häufig verunreinigte Nahrungsmittel. Auch Tollwut ist eine Gefahr für Reisende, vor allem in Ost- und Südosteuropa, so dass bei Reisen dorthin eine Impfung notwendig ist.

Afrika

In Afrika sind einige Krankheiten noch aktiv, die in Europa keine Bedeutung mehr haben. Deshalb ist ein umfassender vorheriger Impfschutz bei einer Reise auf den schwarzen Kontinent ein absolutes Muss. Die bekanntesten hier verbreiteten Krankheiten sind Hepatitis A und B, Gelbsucht, Typhus, Tetanus, Diphterie, Cholera und Malaria. Eine Auffrischung der Dreifachimpfung sowie der Polio-Impfung ist ratsam. Wer sich in den Gebieten südlich der Wüste Sahara aufhalten will, sollte sich zudem gegen Meningokokken-Meningitis impfen lassen. Bei engem Kontakt zu Tieren, etwa bei der Jagd oder auf einer Safari, ist eine Impfung gegen Tollwut ebenfalls empfehlenswert.

Asien

Für Reisen nach Asien gelten etwa dieselben Impfungen wie für Afrika. Als Besonderheit ist die Japanische Enzephalitis zu nennen: Dieser Flavi-Virus wird von Moskitos auf den Menschen übertragen und löst eine Gehirnentzündung aus. Bei ernsthaften Erkrankungen enden 50 Prozent aller Fälle tödlich. Betroffen sind vor allem Kinder, da viele Erwachsene gegen die Japanische Enzephalitis immun sind.

Australien

Auch in Gebieten von Australien, etwa im Norden Queenslands, kommt die Japanische Enzephalitis vor. Ansonsten wird für den fünften Kontinent besonders eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. In Australien gibt es einige Gegenden mit erhöhtem Hepatitis-Vorkommen. Die Gelbsucht ist kein akutes Problem, allerdings müssen Touristen eine Impfbescheinigung gegen diese Krankheit vorlegen, wenn sie innerhalb der letzten sechs Tage vor der Einreise in einem Infektionsgebiet waren. Dazu zählen unter anderem über 30 afrikanische Länder in Äquatornähe, neun südamerikanische Staaten sowie die karibischen Inseln. Eine Auflistung der Weltgesundheitsorganisation WHO kann im Internet abgerufen werden.

Nordamerika / Süd- & Lateinamerika

In den USA und Kanada sollte man je nach Klimazone die übliche Dreifachimpfung sowie Impfungen gegen Polio und Pneumokokken vornehmen lassen. In einigen Teilen der USA sind zudem Tollwut, Hepatitis B und Malaria verbreitet. Dasselbe gilt für den süd- und lateinamerikanischen Raum, wo überwiegend tropisches Klima herrscht. Eine Impfung gegen Gelbfieber ist vorgeschrieben, und auch sonst ist ein umfassender Impfschutz in diesen Gebieten unbedingt notwendig. Diese Aufzählung ersetzt jedoch nicht den Gang zur Krankenkasse oder zum Tropenmediziner! Sie dient lediglich als grober Überblick.

Nicht gegen alles ist ein Impfstoff vorhanden

Heutzutage gibt es gegen viele, aber nicht alle Krankheiten eine Impfung. So diente lange Zeit nur eine Prophylaxe als Vorbeugung gegen die gefährliche Malaria. Dabei werden vor Reiseantritt Medikamente eingenommen, die die Ansteckung verhindern sollen. Das Problem bei dieser oft tödlich verlaufenden Krankheit sind die zahlreichen Resistenzen, die der Erreger Plasmodium falciparum besitzt. Doch vor kurzem ist den Forschern ein großer Fortschritt gelungen: Sie haben einen Impfstoff entwickelt, der in Zukunft diese Prophylaxe ablösen könnte. Gegen Cholera, die in Südostasien, Vorderasien, Indonesien, Indien, Afrika und Mittel- und Südamerika vorkommt, gibt es aktuell in Europa keine vollkommen schützenden Schluck- und Injektionsimpfstoffe. Deshalb wird diese Impfung von der WHO nicht empfohlen. Den besten Schutz bietet hier ein strenger Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser. Es sollte auf Hygiene geachtet werden, zum Beispiel durch die Verwendung von Desinfektions- und Reinigungsmitteln. Auch gegen Hepatitis C, die vorwiegend durch Blut und über Geschlechtsverkehr übertragen wird, existiert keine Impfung.

Sicher in den Urlaub

Wer sich bei entsprechenden Anlaufstellen ausreichend informiert und die nötigen Impfungen durchführen lässt, der kann seinen Urlaub auf der ganzen Welt genießen. Unterschätzen sollte man die Krankheiten, die es über dem gesamten Globus verteilt sind, jedoch nicht. Das wäre fatal, da viele Krankheiten Langzeitschäden verursachen oder gar den Tod bedeuten können. Besonders Kinder und ältere Menschen sind gefährdet und bedürfen besonderen Schutzes. Einige Impfungen werden ganz oder teilweise von den Krankenkassen übernommen, so dass das Urlaubsbudget geschont bleibt.