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Andere Länder, anderes Essen

Wer verreist, sollte sich auf die Gebräuche und Gepflogenheiten des Gastlandes einstellen. Sich ein bisschen anzupassen, macht schließlich auch Freunde und zeigt Respekt. Unterschiede kann man bereits spüren, wenn man innerhalb des eigenen Landes verreist oder die europäischen Nachbarn besucht. Noch deutlicher fallen die Unterschiede natürlich aus, wenn man eine Fernreise unternimmt, etwa nach Asien oder Südamerika.

So wie mit den kulturellen Unterschieden verhält es sich auch mit den Essgewohnheiten und mit der Esskultur. In jedem Land, in jeder Region wird man anderes Essen vorfinden, das sich nicht nur durch die Zutaten unterscheidet, sondern auch durch die Zubereitungsart. Viele Spezialitäten anderer Länder sind durch die große Anzahl internationaler Restaurants bereits bekannt.

Manches wird dem Genießer allerdings vorenthalten, da es so gar nicht zu den normalen europäischen Essgewohnheiten passt oder im Extremfall sogar Ekel hervorruft, wenn die Hauptzutat genannt wird. Wer kann sich schon vorstellen, dass die Hoden eines Stieres durchaus ein schmackhaftes Vergnügen sein können, ohne es probiert zu haben? Genauso sieht es mit anderen Spezialitäten aus. Der Verzehr von Insekten oder Nagetieren beispielsweise löst bei einem Mitteleuropäer in der Regel eher eine Gänsehaut als Vorfreude aufs Essen aus.

Aber man sollte nicht vorschnell urteilen. Wer die Gelegenheit bekommt, landestypisches Essen zu probieren, zudem von Einheimischen zubereitet, der sollte sie nutzen. Denn auch die griechischen Suflaki oder die spanische Paella schmecken nirgends besser als im Ursprungsland.

Schaut man sich nun die einzelnen Regionen an, so sind sie meist tatsächlich von den Gegebenheiten vor Ort geprägt. So ist die Küche in der Mittelmeerregion dominiert von Fischgerichten und Essen mit Meeresfrüchten. In Portugal, das lange Jahre ein sehr armes Land war, ist die Küche ländlich geprägt, das Essen ist deftig, und viele Gerichte sind durchzogen von den Aromen exotischer Kräuter und Gewürze, die von den Seefahrern in früheren Jahren mitgebracht worden sind. Es werden viel Fisch und Meeresfrüchte sowie Suppen und Eintöpfe angeboten. Das Nationalgericht ist luftgetrockneter Kabeljau, der sogenannte Bacalhao.

Ein bisschen weiter im Osten, in Spanien, spürt man noch heute die Einflüsse des Orients durch die arabischen Besetzer. Die Küche ist sehr abwechslungsreich mit arabischen und französischen Einflüssen. Viele Gerichte werden mit Fisch und Meeresfrüchten gekocht, genauso häufig gibt es aber auch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte. Was man in Spanien ganz selten antrifft, sind pürierte oder stark zerkleinerte Speisen. Auch mit Gewürzen geht man eher sparsam um. Das Essen wird sehr ursprünglich, mit natürlichen Zutaten zubereitet. Frisches Obst und Gemüse gehören dann wie selbstverständlich täglich auf den Speiseplan.

Frankreich nimmt hier wohl eine Sonderstellung ein. „Essen wie Gott in Frankreich“ – das Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Sogar die UNESCO ist dieser Meinung und hat die Französische Küche zum Bestandteil des Weltkulturerbes erklärt. Die Küche ist vielseitig und von bester Qualität. Die Haute Cuisine hat eine lange Tradition und entwickelte sich zur französischen Nationalküche. Typischerweise besteht ein traditionelles Menü aus einem Aperitif, einer Vorspeise, einem Hauptgericht, Nachtisch, Käse und Kaffee. In diesem opulenten Umfang findet das Essen allerdings nur noch selten statt. Auf dem Land isst man eher einen leckeren Eintopf. Die berühmtesten sind dabei Pot-au-feu, Coque-au-vin, Poulet-au-pot oder ein Cassoulet. Und natürlich ist Frankreich für seine Baguettes und seinen Rotwein weltbekannt.

Wenn man dann weiterreist und auf dem indischen Subkontinent landet, wird die Küche sehr religiös-sozial geprägt sein. Die meisten Hindus essen gar kein Fleisch, die Kuh ist sogar heilig. Selbst die größte amerikanische fast Food-Kette hat sich mit ihrem Angebot in Indien darauf eingestellt. In Indien gibt es einen Maharadscha-Burger, komplett vegetarisch. Die Hauptzutat in der indischen Küche sind Hülsenfrüchte in allen Arten und Variationen. Gewürze spielen in der Küche Indiens eine wirklich große Rolle. Viele kennen das bereits aus den verschiedenen indischen Restaurants in Mitteleuropa.

Auch der Rest Asiens hat viel zu bieten. Wobei man bei Asien natürlich in erster Linie an Thailand, Japan, China oder Vietnam denkt. Ein wichtiges Grundnahrungsmittel in ganz Asien ist der Reis. Er zieht sich wie ein roter Faden durch die Küche Asiens. Genauso kennt man fast überall Nudeln, Sojasauce oder Tofu. Auch die Garmethoden ähneln sich sehr. Das Kochen in einer Wokpfanne, also das Pfannenrühren, ist weithin verbreitet, genauso wie das Frittieren oder das Dämpfen der Speisen. Die Speisen bekommen einen exotischen Geschmack durch die vielfältigen Gewürze, wie beispielsweise Curry, Wasabi oder Ingwer. Besonders anzumerken ist, dass in Asien beim Kochen alles schon vorher in mundgerechte Stücke geschnitten wird. So kann man alles ganz bequem mit Stäbchen essen. Ein Beispiel für die handlichen Portionen ist das Sushi aus Japan.

Auch in Amerika, sowohl im Norden als auch im Süden, haben sich verschiedene Essgewohnheiten oder Zutaten für den gesamten Kontinent etabliert. Obwohl es gerade in Amerika viele Einwanderer aus den verschiedensten Kulturen gibt, hat sich doch eine eigenständige Küche entwickelt. So ist zum Beispiel der traditionelle Truthahn am Thanksgiving Day aus der amerikanischen Küche nicht wegzudenken, aber anderswo kennt man ihn nicht. Auch weltberühmte Pies, Brownies, Muffins oder Cookies sind eine rein amerikanische Erfindung. Die Küche in Amerika kann man als sehr fleischlastig bezeichnen. Rindfleisch wird nicht so zerlegt, wie man es aus Europa kennt. So kann es vorkommen, dass ein T-Bone-Steak auf den Grill kommt, das schon mal ein ganzes Kilo wiegt.

Im Süden des amerikanischen Kontinents sieht es ähnlich aus. Es steht viel Fleisch auf dem Speiseplan, kommt doch das beste Rindfleisch der Welt aus Argentinien. Mancherorts kann man den Einfluss der Franzosen und Italiener spüren. Zeugnis einer langen Armutsperiode vieler südamerikanischer Länder sind die vielfältigen Eintopfgerichte und die ursprüngliche Art des Grillens über offenem Feuer.

Das Essen des afrikanischen Kontinents ist geprägt von einfacher Zubereitung, raffinierten Zutaten und exotischen Gewürzen. Es gibt viel Gemüse. Die Küche hat, bedingt durch die Kolonialisierung, viele Einflüsse aus Europa. Grob kann man den Kontinent in wenige Regionen einteilen. In Nordafrika spürt man die arabischen Einflüsse, in Südafrika sind die europäischen und asiatischen Einflüsse unverkennbar. In Äthiopien und Eritrea ist der Sauerteig das Grundnahrungsmittel. Das aus regionalem Getreide hergestellte Fladenbrot wird zu jedem Essen gereicht. In Schwarzafrika sind vor allem Speisen aus Wurzeln und Körnern sehr verbreitet, die zu einem dicken Brei gekocht werden. Fleisch steht eher selten auf dem Speiseplan.

Die Küchen der Welt sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Menschen selbst und laden zu einer spannenden Entdeckungsreise ein. Man sollte nur unvoreingenommen sein und auch mal etwas probieren, das in der Heimatküche unbekannt oder vielleicht sogar verpönt ist.